1. Was ist Workation überhaupt?

Workation ist ein Wortspiel aus den Wörtern Work = Arbeit und Vacation = Urlaub. Für die meisten Menschen sind diese beiden Dinge strikt getrennt. Auf Arbeit wird gearbeitet und im Urlaub wird richtig entspannt.

Doch die Digitalisierung ermöglichen eine Verschmelzung. Egal ob digitale Nomaden, Blogger oder Freelancer – viele reisen mit Sonnenhut, Badesachen, Laptop und Smartphone durch die Welt. Ein paar Stunden wird gearbeitet und dann geht es an den Strand, die Gegend erkunden oder was auch immer. Nicht zuletzt durch Corona und das damit verbundene Home-Office, haben wir gelernt, dass ich von überall aus arbeiten kann. Warum also nicht dort, wo andere Urlaub machen?

  1. Aber ist das nicht sowas wie Work and Travel?

 

Auf den ersten Blick gibt es durchaus Parallelen zwischen beiden Arbeitsmodellen. Trotzdem sind es 2 Paar Schuhe. Entscheide ich mich für Work and Travel, reise ich von Ort zu Ort und suche mir verschiedene Gelegenheitsjobs. Bei Workation verweile ich meistens etwas länger an einem Ort und gehe meiner festen Arbeit nach. Entweder für meinen Arbeitgeber, Auftraggeber, mein eigenes Projekt oder ähnlichem.

 

  1. Was soll mir das bringen?

Nun, hier gibt es völlig unterschiedliche Aspekte. Die einen wollen einfach mal aus der kleinen Wohnung raus, die Natur genießen, mehr Zeit und Ruhe für die Familie. Also fahren gerade Familien oder Stadtmenschen in die Berge, auf den Bauernhof oder ans Meer. Sie mieten sich in einem Ferienhaus ein und nutzen den Coworking Space vor Ort. Dieser bietet die perfekte Infrastruktur, Ruhe und eine Community.

Andere Menschen brauchen einen Tapetenwechsel, neue Eindrücke und Inspirationen. Auch hier bietet Workation wunderbare Möglichkeiten. Wir alle wissen, wie befreiend ein Spaziergang, eine Wanderung oder Sport sein kann. Auf einmal sprudeln die Ideen und ich kann neue Perspektiven erkennen.

Ein weiterer Aspekt ist der Austausch bzw. das Netzwerken. Wer schon einmal erlebt hat, wie wertvoll eine Mastermind-Gruppe oder ein WOL-Circel (Working out Loud) sein kann, dem brauche ich nicht mehr viel erklären. Auf Reisen wollen wir doch alle Menschen, Traditionen und Gepflogenheiten kennenlernen. Dies bietet uns völlig neue Einblicke – auch für meine Arbeit. Hier können sich ungeahnte Möglichkeiten für Kooperationen und Kollaborationen ergeben.

  1. Ist das für jeden Menschen geeignet?

Sicher nicht. Es ist wie überall. Ich werde nur Freude und Erfolg an diesem Modell haben, wenn ich gewisse Eigenschaften mitbringe. Ganz wichtig sind dabei Offenheit, Kommunikationsbereitschaft und Flexibilität. Es geht um Teamarbeit, Wissenserweiterung, Anpassungsfähigkeit. Natürlich kann ich mich auch für 4 Monate in eine einsame Waldhütte zurückziehen und völlig einsam und ungestört ein Buch schreiben. Auch dies ist in gewisser Art und Weise Workation. Jedoch habe ich diese Art in diesem Blog nicht im Fokus. Hier geht es um das Miteinander.

  1. Na, ob sich das durchsetzen wird???

Für viele ist Workation unbekannt. Für sie ist es maximal ein Trend, den nur eine kleine Randgruppe von Menschen tatsächlich machen können. Und trotzdem bin ich der Meinung, dass hieraus mehr entstehen wird. Gerade erleben wir, dass immer mehr Unternehmen Bürokapazitäten abbauen. Neue Unternehmen haben gar kein Headquarter oder Zentrale mehr. Menschen arbeiten in hybriden Arbeitsformen. Mal sind sie im Home-Office, mal im Büro und mal im Coworking Space. Remote Arbeiten wird die Arbeitswelt verändern. Vieles ist online möglich, jedoch der Kontakt zu echten Menschen an einem zentralen Ort, ist und bleibt ein wichtiger Baustein. Denn am Ende des Tages brauchen auch mobile Teams einen Ort, an dem sie für eine Woche oder länger zusammenarbeiten können.

Workation